Gustav Neugebauer Verlag

Gustav Neugebauer Verlag (Verlag Martin Feuchtwanger), Prag

Zur Vorgeschichte[1]

(Gustav Neugebauer.) Anfang Mai d.J. konnte Herr k.u.k. Hofbuchhändler Gustav Neugebauer in Prag zugleich mit dem Gedenktag seiner 40jährigen Selbständigkeit das 100jährige Jubiläum der Buchhandlung feiern. Die Uranfänge des Geschäftes gehen sogar bis 1806 zurück, in welchem Jahre es von Gottlieb Haase Söhne gegründet worden sein soll. Sichere urkundliche Nachweise haben sich jedoch hierfür nicht finden lassen, während die Gründung im Mai 1813 sich durch Überlieferung ziemlich bestimmt hat feststellen lassen. Gottlieb Haase verkaufte im Jahre 1845 das Sortiment an C.A. Credner, unter dessen Leitung das Geschäft eine bedeutende Ausdehnung gewann. Kaiser Ferdinand ehrte seine Bemühungen durch Verleihung des Titels eines Hofbuchhändlers. Credner gliederte dem Sortiment eine Verlagsabteilung an, die beim Verkauf seines Geschäftes an Ig. Fuchs in Prag überging, während das Sortiment 1864 von C.J. Satow erworben wurde, den aber andauernde Kränklichkeit zwang, es schon nach zwei Jahren – 1866 – an Hans Feller und C.H. Hunger zu verkaufen. Nach dem Austritt Fellers verkaufte Hunger das Geschäft am 1. Mai 1873 an den jetzigen Besitzer Herrn Gustav Neugebauer, der es gemeinsam mit seinem Freunde Emil Kosmack übernahm, die zunächst C.H. Hungers Nachfolger, dann aber Kosmack & Neugebauer, k.k. Hofbuchhändler firmierten. Mit ausdauerndem Fleiß und großer Liebe zum Beruf arbeiteten die Freunde an der Hebung des Geschäfts und hatten die Freude, ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt zu sehen, so daß schon nach fünf Jahren die schweren, auf dem Geschäft lastenden Verbindlichkeiten abgelöst waren und im Jahre 1877 eine Filiale des Sortiments in Braunau, in Böhmen errichtet werden konnte. Im November 1880 schied Emil Kosmack aus der Firma aus, um in das Geschäft seines Schwiegervaters Eduard Hölzel in Wien als Teilhaber einzutreten. Am 1. Januar 1881 wurde dadurch Herr Gustav Neugebauer, der schon 1874 den Titel eines k.k. Hofbuchhändlers erhielt, Alleininhaber des Geschäfts, dem er die Firma seines Namens gab. Da das bisherige Geschäftslokal am Altstädter Ring den Anforderungen nicht mehr genügte und in der Nähe keine Lokalitäten zu haben waren, verlegte er das Geschäft im Mai 1884 in sein jetziges Domizil am Graben Nr. 20, wo er es mit steigendem Erfolge, unterstützt von seinem Sohne Otto[2] als Prokurist, betreibt. Der Verein der österreichisch-ungarischen Buchhändler hat an Herrn Neugebauer anläßlich seines Jubiläums eine Zuschrift gerichtet, in der es u.a. heißt: „Sie haben, hochverehrter Herr Kollege, unserem Verein lange Jahre hindurch große Dienste geleistet, Sie waren uns immer ein lieber, hochgeschätzter und hochverehrter Kollege und wir freuen uns, Ihnen bei dieser Gelegenheit endlich unsere aufrichtige Verehrung und unseren Dank zum Ausdruck bringen zu können. Sie waren nicht nur ein Vorkämpfer der Interessen unseres Standes in Böhmen und ein treuer Anhänger unserer altbewährten Prinzipien, sondern Sie haben auch indirekt die Interessen unseres Standes dadurch gefördert, daß Sie das Geschäft, das Sie vor so langer Zeit übernommen haben, auf eine hohe Stufe der Entwicklung gebracht haben. Nehmen Sie daher unsere herzlichsten Glückwünsche entgegen, an die wir den Wunsch knüpfen, daß Sie Ihrem Hause und unserem Stande noch lange Jahre rüstig und tätig erhalten bleiben mögen.“


Gustav Neugebauer, k.u.k. Hofbuchhändler, Prag II. Graben 20[3]

Das Geschäft ist im Jahre 1813 durch Gottlieb Haase Söhne gegründet worden. Im Jahre 1847 erwarb es F.A. Credner, dem der bis zum heutigen Tage bestehende allerhöchste Hoftitel verliehen wurde. Durch Kauf kam die Buchhandlung im Juli 1864 in den Besitz von H.C.J. Satow, von diesem dann im August 1868 an C.H. Hunger, welche beide das Geschäft unter ihren Namen führten.

Am 1. Mai 1873 ging die Buchhandlung in den Besitz von Emil Kosmack und Gustav Neugebauer über und erhielt letzterer den Titel eines k.u.k. Hofbuchhändlers. Die nunmehrige Firmabezeichnung „Kosmack & Neugebauer“ erlosch jedoch am 1. Jänner 1881, dem Tage der Übernahme der Firma durch G. Neugebauer allein und lautete von da ab „Gustav Neugebauer, k.u.k. Hofbuchhändler“, Prag, I. Altst. Ring, ab Februar 1885 Prag, II. Graben Nr. 20, neu.

Der Verlag der einzelnen Besitzer dieser Firma wurde teilweise von F. Tempsky, Ig. Fuchs und G. Neugebauer erworben. Die Hauptrichtung des Geschäftes war stets das Sortiment. Die im Jahre 1877 gegründete Filiale in Braunau in Böhmen wurde im Jahre 1889 an die Herren F. Bocksch und F. Augsten verkauft.


Über die weitere Geschichte des Unternehmens sind nur wenige Details bekannt. Die Firma Neugebauer scheint beispielsweise in der ersten Ausgabe von Perles‘ Adreßbuch nach dem Zusammenbruch der Monarchie nicht auf, dafür aber 1925 als Buchhandlung, Graben Nr. 20 in Prag. Firmeninhaber waren, seit 1. Juni 1919, Josef Max Bregha[4] und Arthur Heller[5]. Laut Perles‘ Adressbuch 1937 wurde am 1. September 1933 die „Abteilung Romanverlag“ gegründet.[6] Diese Gründung ist im Zusammenhang mit der Flucht des Schriftstellers, Journalisten und Verlegers Martin Feuchtwanger (1886–1952) nach Prag zu sehen. Feuchtwanger, der jüngere Bruder von Lion Feuchtwanger, war zunächst Redakteur, dann Chefredakteur der Saalezeitung in Halle a.d. Saale. Dort gründete und leitete er den Fünf Türme Verlag, dessen Produktion er nach Prag mitnahm.[7] In Prag führte er zunächst die Firma „Verlag Martin Feuchtwanger (Fünf Türme Verlag)“ in Prag XIX., Bachmačská ul. 10. In der Deutschen Bibliographie. Veröffentlichungen in den Sudetenländern 1934 (Reichenberg: Sudetendeutscher Verlag Franz Kraus) werden unter diesem Namen 12 Romane, die im Fünf Türme Verlag erschienen waren, aufgelistet, und zwar unter der ungewöhnlichen Firmenkonstruktion „Verlag M. Feuchtwanger in Auslieferung“. Nach tschechischem Gesetz durfte ein Nicht-Staatsangehöriger keine Firma gründen. So war es naheliegend, dass Feuchtwanger den Mantel einer bestehenden Konzession übernahm. Das war in diesem Fall die alteingesessene Prager Firma Gustav Neugebauer. In seinen Erinnerungen schildert Feuchtwanger den Vorgang wie folgt:

„Seit Gründung der Republik hatte kein Ausländer eine Verlagslizenz erhalten. Aber sie [Handels- und Innenministerium] sorgten dafür, daß brachliegende Verlagsanstalten mit Lizenzen für mich nutzbar gemacht wurden, und so arbeitete ich unter den Verlagsfirmen: Gustav Neugebauer – Taubeles – Olympiaverlag. Ich brachte erst Bücherserien heraus, Glücksromane, Blau-Gold-Romane, ich hatte verhältnismäßig guten Absatz, ich lieferte vor allem in die Schweiz, nach Österreich, in die deutschsprachigen Gebiete der Tschechoslowakei, aber auch nach Rumänien, Jugoslawien, Südafrika, USA, Brasilien, Argentinien, Frankreich, doch der Versand war kompliziert und teuer, das Geldeintreiben sehr schwierig, und die Auflagen waren, gemessen an meinen großen deutschen Auflagen, klein.“[8] Es ließen sich weder seine neuen Romanzeitschriften (Der Schöne Roman und Die Große Romanzeitung) noch die von ihm genannte tschechische Romanzeitung (Krasný Roman) bibliographisch nachweisen. Er erwähnt die am 1. Juni 1861 in Prag gegründete Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung J. Taubeles, die ab Dezember 1919 im Besitz von Emil Taubeles und ab 1. April 1928 in den Besitz von Josef Max Bregha und Arthur Heller – ebenfalls Inhaber der Firma Neugebauer – überging. Laut Perles‘ Adreßbuch hatte die K. André‘sche Buchhandlung die Geschäftsleitung der Firma J. Taubeles inne.

Es überrascht nicht, dass sich die Auslandsabteilung des Börsenvereins die Zusammenarbeit zwischen Feuchtwanger und Heller genau verfolgte. Bei einer Vorsprache in Leipzig hat der Geschäftsführer und Inhaber der „Mars“ Verlagsgesellschaft, Franz Simon, über die Prager Buchhandelsszene ausgeplaudert. Es war dies eine Episode in einer gegenseitigen Denunzierung. In der Aktennotiz heißt es: „Heller selbst habe unter dem Deckmantel einer seiner verschiedenen Firmen die Auslieferung für Querido, für Allert de Lange.“[9] Die Geschäftsverbindung wird in Berlin nicht unbekannt gewesen. In der Tat besorgte Hellers André’sche Buchhandlung die Auslieferung für Allert de Lange, und die ČSR war eines der wichtigsten Absatzgebiete für den Verlag.[10]

Anlässlich der Hauptversammlung des Buchhändlerverbands „Svaz“[11], in dem er den deutschen Buchhandel vertrat, in Prag im September 1936 hat Heller versucht, im Gespräch mit dem Vertreter des Börsenvereins sich von seiner Geschäftsverbindung mit Martin Feuchtwanger zu distanzieren. Im entsprechenden Bericht heißt es: „Weiterhin suchte mir Heller darzulegen, dass er die Verlagsproduktion des Fünf-Türme-Verlags Inh. Martin Feuchtwanger, Halle keineswegs habe fördern wollen. Es habe sich lediglich darum gehandelt, dass er den Druckvertrag für die von Feuchtwanger verlegten Werke nach der Tschechoslowakei haben wollte, wie er das auch bei anderen deutschen Verlagen versucht habe, um auf diese Weise Verrechnungsposten für den Bezug reichsdeutscher Produktion zu erhalten. Es habe sich lediglich darum gehandelt, diesen Verlag zu ermöglichen, nicht aber ihn durch seine Firma Neugebauer zu verlegen. Feuchtwanger habe diese Sache aber missverstanden und habe die Firma Neugebauer auf den Titel gedruckt. Dagegen habe er (Heller) sofort energisch protestiert und das Vertragsverhältnis zu Neugebauer sei auch gelöst worden. Es sei ihm unerfindlich, wie die Meldung über eine Firma Neugebauer Romanverlag an die Adressbuch-Abteilung habe kommen können. Er selbst habe sie jedenfalls nicht gemacht, er müsse annehmen, dass sie vielleicht von seinem Sozius ausgegangen sei, der diese Dinge, da er die Verhandlung mit Feuchtwanger nicht geführt habe, nicht so übersehen habe. Mein Eindruck ist hier durchaus der, dass Heller sich etwas windet, um eine ihm unangenehme Sache als harmlos hinzustellen, wahrscheinlich ist ihm die ganze Aktion nicht gelungen und deshalb bagatellisiert er sie jetzt. Auf jeden Fall ist die Firma Neugebauer Abteilung Romanverlag im Adressbuch gestrichen.“[12]

Im Verlag Gustav Neugebauer in Prag brachte Feuchtwanger ab 1934 vier extrem erfolgreiche Bücherserien heraus. An erster Stelle wäre die Serie „Glück-Romane“ (nicht: Glücksromane!) zu nennen. In dieser Serie konnten bis 1936 insgesamt 88 Bände nachgewiesen werden. Der Umfang eines einzelnen Bandes sollte nicht mehr als ca. 200 Seiten übersteigen. Mit Abstand am häufigsten vertreten ist Otfrid von Hanstein (1869–1959) mit 13 (!) Werken. Die „Romanfabrik“ von Hanstein war allerdings in anderen Serien Feuchtwangers vertreten. Im Jahr 1936 brachte Feuchtwanger die Serie „Der Volks-Roman“ heraus, die auch wieder Liebesromane favorisierte. Unter den acht nachgewiesenen Bänden finden sich Romane wie Vielleicht bist du das Glück und Ich will nur dich von Bernhard Lonzer sowie Ich bleib dir treu und Die Freienwaldtochter von Käthe Metzner. Die Serie „Der moderne Roman“ erschien 1935 und brachte es auf insgesamt 12 Nummern, zwei davon von Otfrid von Hanstein. 1936–1937 verlegte Feuchtwanger schließlich die „Roman-Serie Blau-Gold“. Von dieser Serie, die auch Werke einiger „Stammautoren“ wie Otfrid von Hanstein, Anna Boog und Sophie Oehle aufwies, ließen sich insgesamt 21 Titel nachweisen. Die Abteilung Romanverlag gab auch 1936 kurzfristig die einmal wöchentlich erscheinende Zeitschrift Geschichten für dich! heraus.

Während seiner Zeit in Prag war Feuchtwanger auch in Paris als Verleger tätig: „Von Prag aus flog ich alle paar Monate nach Paris, wo ich die Romanzeitschrift Le Beau Roman gründete und eine französische Buchserie. Meine französischen Bücher und Zeitschriften wurden durch die Librairie Hachette vertrieben. Le Beau Roman brachte es zu einer Auflage von 56000 Exemplaren. Ich hatte in Paris einen handelsgerichtlich eingetragenen Verlag: Edition Olympia, Büroräume in der Rue St-Honoré und einen Redakteur. Ich war gerne und häufig in Paris.“ (180) Nach der Okkupation der Tschechoslowakei durch Hitlerdeutschland wurde Feuchtwanger Ende April 1939 ausgebürgert. Im September 1939 erreichte er Tel Aviv. Das weitere Schicksal des Gustav Neugebauer Verlags, den Feuchtwanger ohne Entschädigung aufgeben musste, muss erst geklärt werden.[13] Bekannt ist lediglich, dass die Buchhandlung G. Neugebauer weiterhin existierte.


Anmerkungen

[1] Österr.-ungar. Buchhändler-Correspondenz, Nr. 20, 14. Mai 1913, S. 248.

[2] Zur Verleihung des Titels k.u.k. Hofbuchhändler an Otto Neugebauer siehe Österr.-ungar. Buchhändler-Correspondenz,  55. Jg., Nr. 25, 24. Juni 1914, S. 300.

[3] Festnummer der Österr.-ungar. Buchhändler-Correspondenz, 1910, Teil II, S. 81.

[4] Lebensdaten unbekannt. Über Bregha erfährt man im Bericht der Auslands-Abteilung des BV vom 30.9.1936 Folgendes: „Bregha ist übrigens selbst Arier, stammt aus Deutschland und ist auf seiner buchhändlerischen Wanderfahrt über Wien nach Prag gekommen, wo er bei André Prokurist war und dann von Heller beim Kauf der Firma mit übernommen und zum Mitinhaber gemacht wurde.“ StA Leipzig, Börsenverein, Nr. F 12.502. Bericht über die Hauptversammlung des „Svaz“ in Prag vom 30.9.1936, Blatt 215.

[5] Heller war nicht gelernter Buchhändler, sondern Buchdrucker und Buchbinder. Er stammte aus einer vermögenden Prager Familie, der Vater war Inhaber einer Buchdruckerei gewesen.

[6] Siehe Börsenblatt, Nr. 174, 29. Juli 1933. Die Firma wurde aus dem Adreßbuch des Deutschen Buchhandels gestrichen. Ab 1940 scheint anstelle von Arthur Heller neben Bregha Wilhelm Rödling („s. 18/X.1939“) als Inhaber der Buchhandlung auf. In der letzten Ausgabe des Adreßbuchs vor Kriegsende, 1942, ist Bregha aus der Firma ausgeschieden. Nun werden Edgar Gottwald als Geschäftsführer und Wilhelm Rödling als Geschäftsleiter der Buchhandlung angeführt.

[7] Zu Feuchtwanger siehe Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler und Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933. Ein biographisches Handbuch. Typographie und Gestaltung: Ralf de Jong. Herausgegeben vom Verband Deutscher Antiquare e.V., 2011, S. 72–73 sowie Martin Dreyfus: Mit „Mythos“, fürchte ich kommt man der Sache nicht bei“ – oder „Schlechte Aussichten für Verleger. Die Verleger Ludwig und Martin Feuchtwanger. Vortrag in Wien am 9. Mai 2009. Verf. möchte Martin Dreyfus für die Übermittlung des unveröffentlichten Vortragstextes danken.

[8] Martin Feuchtwanger: Zukunft ist ein blindes Spiel. Erinnerungen. Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag, 1999, S. 178–179.

[9] StA Leipzig, Mars-Verlag, Blatt 304. Als aber ein Referent der Auslands-Abt. des BV im Auftrag von Wilhelm Baur im September 1936 die André’sche Buchhandlung „ausspionierte“, war er regelrecht enttäuscht, keine in Deutschland unerwünschte Literatur in der Auslage zu entdecken: „Es war nichts von Emigrantenliteratur festzustellen. Ich habe mich unter der Hand erkundigt und habe auch von der Konkurrenz in dieser Beziehung nichts nachteiliges (sic) über die Firmen von Heller und Bregha erfahren.“ (Bl. 215) An einer anderen Stelle in diesem Bericht heißt es: „Auch die Firma Neugebauer wies keine Emigranten-Literatur auf. Ein einziges Werk, welches ich fand, war eine bedeutungslose Schrift von Georg Bernhard.“ (Bl. 215)

[10] Kerstin Schoor: Verlagsarbeit im Exil. Untersuchungen zur Geschichte der deutschen Abteilung des Amsterdamer Allert de Lange Verlages 1933–1940. Amsterdam-Atlanta 1992. (= Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur, Band 101), S. 72. Dazu Schoor: „Wichtigste Firma in der ČSR war die K. Andrésche Buchhandlung in Prag. Als Abnehmer deutschsprachiger Publikationen bedeutsam erschienen Allert de Lange außerdem die in Prag ansässigen Firmen Calvé, Taussig und Taussig und die Bücherstube Steinler [recte: Steindler] sowie die Firmen Witzek [recte: Brüder Wltžek], in Brünn, Julius Kittls Nachf. und Buxbaum [recte: Ignaz Buchsbaum, Verlags-, Versand-, Reise- und Musikalienhandlung, gegr. 18.7.1901] in Mährisch-Ostrau.“ ( S. 74) Um die Druckkosten der Verlagswerke zu senken, wurde vornehmlich in der ČSR gedruckt: „Schon im September 1935 hatte man sich aber – auf der Suche nach billigeren Herstellungsmöglichkeiten – auch in der ČSR umgesehen und in den folgenden Jahren dem Druck- und Verlagshaus Karl Prochaska (Český Tĕšin), den Firmen Pressa (Schl.-Ostrau), Julius Kittls Nachf. (Mährisch-Ostrau) und Rudolf M. Rohrer (Brünn) Druckaufträge erteilt. 1937 wurde schließlich die Mehrzahl aller deutschen de Lange-Bücher in der ČSR bzw. der Hungária-Druckerei in Ungarn hergestellt. Nach der Annexion der ČSR 1938/39 verlagerten sich die Druckorte erneut in die Niederlande (…).“ (S. 69) Der Querido-Verlag ließ fast ausnahmslos in Holland drucken. Siehe: Fritz H. Landshoff, Amsterdam, Keizersgracht 333, Querido-Verlag. Erinnerungen eines Verlegers. Berlin-Weimar: Aufbau-Verlag, 1991, S. 91.

[11] Das ist „Svaz knihkupcův a nakladatelů“ = Verband der Buchhändler und Verleger in der Tschechoslowakei. Siehe 50 Jahre „Svaz“. In: Der Buchhändler, Nr. 7/8, 1.-11. März 1930, S. 26–27.

[12] Bericht der Geschäftsleitung der Auslands-Abteilung über die Hauptversammlung des Svaz in Prag an Wilhelm Baur, 30.9.1936. StA Leipzig, Börsenverein, Nr. F 12.502 Mars-Verlag.

[13] Der Akt der Geschäftsstelle der Auslands-Abteilung des Börsenvereins (StA Leipzig, Börsenverein, Nr. F 14210, Gustav Neugebauer), gibt darüber keinen Aufschluss.